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Schulrecht


„Nicht genügend“ – Was tun? Infos für Eltern und SchülerInnen aus dem Schulrecht:

Illustration: Kopf von Ex-Direktor Fies aus den Durchstarten-Büchern
 Benotung

Bei der Festsetzung einer Note muss der/die LehrerIn alle im Laufe des Schuljahres erbrachten mündlichen und schriftlichen Leistungen berücksichtigen.

Nur die Ergebnisse der Schularbeiten heranzuziehen ist unzulässig.

„Sehr gut“ und „Gut“:

Der/die SchülerIn hat über das Wesentliche („Gut“) bzw. weit über das Wesentliche („Sehr gut“) hinaus Leistungen erbracht.

„Befriedigend“:

Der/die SchülerIn hat den Anforderungen in den wesentlichen Bereichen entsprochen.

„Genügend“:

Der/die SchülerIn weist in den wesentlichen Bereichen Lücken auf. Er/sie hat den Anforderungen nur überwiegend entsprochen.

„Nicht genügend“:

Der/die SchülerIn hat die Anforderungen nicht einmal in den wesentlichen Bereichen überwiegend erfüllt.

 Mündliche Prüfung
Ankündigung durch den/die LehrerIn mindestens 2 Unterrichtstage vorher
Dauer: Unterstufe max. 10 Minuten; Oberstufe max. 15 Minuten
› Mindestens 2 voneinander unabhängige Fragen
› Auf Fehler ist sofort hinzuweisen
Verbot der Durchführung wenn am gleichen Tag bereits eine Schularbeit oder 2 mündliche Prüfungen angesetzt sind am Tag nach 3 oder mehr schulfreien Tagen oder nach mehrtägigen Schulveranstaltungen
› Die Note muss noch in der selben Stunde bekannt gegeben werden

 

 Wunschprüfung

JedeR SchülerIn hat ein Recht auf eine Prüfung pro Semester. Die Anmeldung zur Prüfung hat so zeitgerecht zu erfolgen, dass die Durchführung der Prüfung möglich ist.

 Schularbeiten

Bekanntgabe der Schularbeitstermine im ersten Semester innerhalb der ersten 4 Wochen, im zweiten Semester innerhalb der ersten beiden Wochen.

 Nach-Schularbeiten

Sie müssen stattfinden:

› Für einzelne SchülerInnen die mehr als die Hälfte der Schularbeiten im Semester versäumen
› Für alle SchülerInnen, wenn mehr als die Hälfte der Arbeiten mit „Nicht Genügend“ beurteilt wurde
› Der Stoff muss gleich bleiben, aber mit neuen Aufgaben
› Sie muss innerhalb von 2 Wochen nach der Rückgabe erfolgen
› Nur die bessere der beiden Noten zählt

 Wiederholungsprüfung

Eine Wiederholungsprüfung darf der/die SchülerIn in einem oder zwei Pflichtgegenständen ablegen, wenn er im Jahreszeugnis ein „Nicht genügend“ hat. Wenn der/die SchülerIn mit einem „Nicht genügend“ zum Aufsteigen berechtigt ist, darf er/sie dennoch zur Wiederholungsprüfung antreten. Schafft er/sie diese nicht, darf er dennoch aufsteigen. Die Prüfung besteht aus einer schriftlichen und mündlichen Prüfung (mit BeisitzerIn) und umfasst den Jahresstoff. Die neu festzusetzende Jahresbeurteilung kann höchstens „Befriedigend“ lauten.

 Frühwarnsystem

Die Erziehungsberechtigten sind bis spätestens 6 Wochen vor Ende des Unterrichtsjahres nachweislich zu verständigen, wenn die Leistung eines Schülers/einer Schülerin in einem Pflichtgegenstand mit „Nicht genügend“ zu beurteilen wäre. Der Nachweis kann nach Vorsprache der Erziehungsberechtigten in der Schule entfallen. Dem/der SchülerIn und den Eltern muss vom/von der unterrichtenden LehrerIn oder dem Klassenvorstand die Möglichkeit zu einem beratenden Gespräch eingeräumt werden. Bei diesem Gespräch soll ein individuelles Förderkonzept erstellt werden. Dabei sollen beachtet werden:

› Lerndefizite
› Fördermöglichkeiten
› Leistungsnachweis
› Individuelles Förderprofil

Achtung: Auch wenn eine Frühwarnung ausbleibt, kann der/die SchülerIn noch immer mit „Nicht genügend“ beurteilt werden.

 Aufsteigen mit einem Nicht Genügend

Grundsätzlich sind SchülerInnen mit einem „Nicht genügend“ nicht zum Aufsteigen in die nächste Klasse berechtigt. Ganz im Sinn seiner pädagogischen Ausrichtung sieht das Schulunterrichtsgesetz jedoch eine wichtige Ausnahme vor. Hat der/die SchülerIn nicht bereits im vorigen Schuljahr im gleichen Gegenstand ein „Nicht genügend“ und ist dieses Fach weiter im Lehrplan vorgesehen, kann die Klassenkonferenz, in der alle LehrerInnen vertreten sind, die in der Klasse unterrichten, beschließen den/die SchülerIn aufsteigen zu lassen. Voraussetzung für eine positive Entscheidung ist, dass die Leistungen in allen anderen Fächern so gut sind, dass der/die SchülerIn aller Voraussicht nach im kommenden Jahr erfolgreich am Unterricht teilnehmen kann.

Der Gesetzgeber geht davon aus, dass die Leistungsreserven eines Schülers/einer Schülerin begrenzt sind. Die KlassenlehrerInnen müssen gemeinsam eine Prognose abgeben, ob einE SchülerIn die Lücken in einem mit „Nicht genügend“ beurteilten Gegenstand bei fortschreitendem Unterricht im folgenden Schuljahr angesichts der Situation in den anderen Fächern wird aufholen können.

 Berufung

Berufen kann man nicht gegen einzelne Noten, sondern nur gegen den so genannten „Bescheid zum Nicht-Aufstieg“. Aussichten für eine erfolgreiche Berufung sind dann gegeben, wenn Eltern darlegen können, dass sachfremde Gründe, z. B. disziplinäre Schwierigkeiten, bei der Benotung eine Rolle gespielt haben, die geforderten Kenntnisse aber sehr wohl vorhanden sind. Gegen den „Bescheid zum Nicht-Aufsteigen“ könnte erfolgreich eingewendet werden, dass

außergewöhnliche Belastungen des Kindes nicht berücksichtigt wurden, besonders, wenn gegen Ende des Schuljahres wieder eine steigende Tendenz erkennbar war;
› die fehlenden Kenntnisse im folgenden Jahr keine Rolle mehr spielen oder nicht grundlegend für das Verständnis des Lehrstoffs im kommenden Schuljahr sein werden.

Nicht erfolgreich sind meistens Berufungen, die sich auf einen Notenvergleich mit anderen SchülerInnen beziehen. Die Berufung (unbedingt mit Datum!) ist bei der Schule formlos einzubringen. In ihr wird zum Ausdruck gebracht, dass man gegen die Nichtberechtigung zum Aufsteigen in die nächste Klasse beruft und das „Nicht genügend“ und/oder den Beschluss der Klassenkonferenz nicht für gerechtfertigt hält.

Der/die DirektorIn ist verpflichtet sie an den zuständigen Landesschulrat weiterzuleiten. Die Berufung ist innerhalb von 5 Tagen nach mündlicher oder schriftlicher Zustellung des „Bescheides zum Nicht-Aufsteigen“ möglich.

Der Landesschulrat überprüft anhand der Aufzeichnungen der Lehrkraft, ob die Note gerechtfertigt ist, und entscheidet danach über die Berufung. Reichen die vorgelegten Unterlagen nicht aus, kann der Landesschulrat eine kommissionelle Prüfung ansetzen. Der gesamte Jahresstoff kann Gegenstand einer solchen Prüfung sein.

 

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